Der AFS-Test

Ein AFS-Test ist ein Computertest und gibt schnell Aufschluss über eine Legasthenie / LRS oder Dyskalkulie / Rechenschwäche 

Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer setzen das AFS-Computertestverfahren im Rahmen einer pädagogischen Förderdiagnostik zur Feststellung und Kategorisierung einer eventuell vorliegenden Legasthenie/LRS oder Dyskalkulie/Rechenschwäche ein. 

Das AFS-Computertestverfahren ermöglicht seit über 20 Jahren mit minimaler Zeitaufwendung eine eventuell vorliegende Legasthenie/ LRS/ Dyskalkulie/ Rechenschwäche festzustellen.

Nach der Diagnose wird ein spezielles individuelles Trainingsprogramm erstellt.

Warum wurde der AFS-Test entwickelt? 

Ausgangspunkt der AFS-Methode ist, dass legasthene Menschen nicht schwach, gestört, krank oder gar behindert sind. Legasthene Menschen haben keine Lernschwäche oder Lernstörung, sondern, genetisch bedingt, eine besondere Informationsverarbeitung und eine damit verbundene besondere Lernfähigkeit. Die in den Schulen üblichen pädagogischen Ansätze sind für Betroffene nicht ausreichend konzipiert. Das Konzept der AFS-Methode unterstützt die notwendige Hilfe durch den externen Pädagogen bei Schreib-, Lese- und Rechenschwierigkeiten. 

Wer darf den AFS-Test durchführen? 

Die Legasthenie/Dyskalkulie sind ausgesprochen umfassende Wissensgebiete, welche sehr sensibler Handlungsweisen bedürfen. Deshalb ist es ausschließlich speziell dafür ausgebildeten und diplomierten Legasthenie- und Dyskalkulietrainern vorbehalten, dieses Verfahren durchzuführen. 

Wann soll der AFS-Test angewendet werden? 

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass man nur dann von einer Legasthenie sprechen kann, wenn bei einem Kind beobachtet wird, dass erstens die Aufmerksamkeit zeitweise sehr stark nachlässt, wenn es schreibt, liest, rechnet oder sich mit Symbolen beschäftigt. Zweitens, wenn Sinneswahrnehmungen, die man für das Schreiben, Lesen oder Rechnen benötigt, differenziert stattfinden. Drittens, wenn das Kind sehr eigenartige Fehler beim Schreiben, Lesen oder Rechnen produziert. Ergeben sich durch Beobachtung bei einem Kind solche Verdachtsmomente, so soll der Test durchgeführt werden. 

Frau Dr. Astrid Kopp-Duller hat die AFS-Methode (A: Aufmerksamkeitstraining F: Funktionstraining S: Symptomtraining) mitentwickelt, um legasthenen Kindern in all den Bereichen zu helfen, die die Probleme verursachen: 

„Wird ein legasthenes Kind über einen längeren Zeitraum individuell nach seinen Bedürfnissen gefördert, so steht einem erfolgreichen Arbeiten in den Bereichen Schreiben, Lesen und auch Rechnen nichts mehr im Wege.“   

Was leistet das AFS-Computertestverfahren?

Eine genaue Auswertung der drei Gebiete zeigt, wo die individuelle Förderung anzusetzen ist.

1.) Wie aufmerksam ist das Kind, wenn es schreibt, liest oder rechnet? 

Im Rahmen des AFS-Tests kann die Aufmerksamkeit, welche ein Kind beim Schreiben, Lesen oder Rechnen braucht, überprüft werden.

2.) Wie steht es um die altersgemäßen funktionellen Leistungen, die Sinneswahrnehmungen des Kindes? 

Betroffene Kinder zeigen unterschiedliche Erscheinungsformen und unterschiedliche Kombinationen von Teilleistungsschwächen. Im Rahmen des AFS-Tests werden die Sinnesleistungen des betroffenen Kindes, die man beim Schreiben, Lesen oder Rechnen braucht, überprüft. Daraus ergeben sich die notwendigen individuellen Trainingseinheiten. 

3.) Wie äußert sich die Symptomatik beim Kind? 

Anhand von Schriftproben und Leseübungen, die das Kind über mehrere Monate produziert hat, wird eine genaue Fehleranalyse durchgeführt. Sollten für die Auswertung keine Beobachtungen dieser Art möglich gewesen sein, so ist zusätzlich ein Lese- und Rechtschreibtest durchzuführen. 

Mit Hilfe des AFS-Tests kann daraufhin der diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer einen individuellen pädagogisch-didaktischen Trainingsplan erstellen. 

Wichtig ist hier anzumerken, dass Trainingspläne immer nur vorläufigen Charakter haben, d.h., dass der diplomierte Legasthenie- bzw. Dyskalkulietrainer, welcher mit dem Kind arbeitet, stets genaue Beobachtungen durchzuführen hat, wie das Kind auf die ihm angebotene Förderung reagiert. Es ist deshalb unbedingt notwendig, dass der Trainer mit pädagogisch-didaktischen Fähigkeiten eine umfassende Kenntnis der verschiedenen Fördermöglichkeiten bzw. Methoden hat, die einem legasthenen Kind helfen, seine individuelle Legasthenie zu überwinden. So können mit dem AFS-Test auch Kontrollen durchgeführt werden. 

Einblick in den AFS-Test

Zum besseren Verständnis finden Sie hier einige Bilder aus dem AFS-Test:

AFS-Test
Aufmerksamkeitstest
AFS-Test
Optische Differenzierung
AFS-Test
Optisches Gedächtnis
AFS-Test
Optische Serialität
AFS-Test
Akustische Differenzierung

AFS-Test
Akustische Gedächtnis
AFS-Test
Optische Serialität
AFS-Test
Raumorientierung
AFS-Test
Körperschema

AFS-Test
Symptomtest
Lesen/Schreiben, Rechnen
Sinneswahrnehmungen, die im AFS-Testverfahren überprüft werden, entsprechen der internationalen Einteilung der verschiedenen Funktionen / Sinneswahrnehmungen / Teilleistungen.

Wird bei einem Kind ein AFS-Test durchgeführt und kann man in den folgenden drei Bereichen erstens eine zeitweise Unaufmerksamkeit beim Schreiben und/oder Lesen, zweitens das Vorhandensein von differenten Sinneswahrnehmungen und drittens im Symptombereich Wahrnehmungsfehler feststellen, so kann man von einem legasthenen Kind sprechen!

Finden Sie hier Anleitungsvideos zum AFS-Test:

Auf http://www.legasthenievideo.de finden Sie kurze Erklärungsvideos zum AFS-Test. Die Software läuft auf jedem Computer mit schnellem Internetzugang und modernem Webbrowser. Es werden sämtliche Betriebssysteme wie z.B. Windows XP, Vista, Apple Mac OS 10 oder Linux unterstützt.

Fallbeispiel:

Weist der Kandidat eine Legasthenie bzw. Dyskalkulie auf? Interpretation eines AFS-Test-Ergebnisses:

A: Wie aufmerksam ist das Kind, wenn es schreibt, liest oder rechnet? 

Diese Frage bildet einen Kernpunkt in der Legasthenieproblematik, denn erst aus der Unachtsamkeit des Kindes bei den Tätigkeiten des Schreibens, Lesens und/oder Rechnens entstehen Fehler! Die Aufmerksamkeit des Kindes, welche es beim Schreiben, Lesen oder Rechnen braucht, wird überprüft. In 12 Minuten muss die Testperson ihre Aufmerksamkeit in drei Bereichen beweisen: mit Bildern, Halbsysmbolen und Symbolen. Was passiert, wenn die Zeichen von Bildern zu Symbolen wechseln? 

Die Aufmerksamkeit der Testperson hatte in den jeweils vier Durchgängen Aufmerksamkeitsschwankungen bei den Bildern und Halbsymbolen. Im Symbolbereich hat die Aufmerksamkeit mit dem Andauern des Testes abgenommen. 

F: Überprüfung der Funktionen bzw. Sinneswahrnehmungen – Wie steht es um die altersgemäßen funktionellen Leistungen, die Sinneswahrnehmungen oder Teilleistungen des Kindes? 

Der zweite Teil des Testverfahrens widmet sich dem umfangreichen Gebiet dieser Leistungen. Die Sinnesleistungen, die man beim Schreiben, Lesen oder Rechnen braucht, werden überprüft. Hier eine kurze Aufstellung: Optische Differenzierung: Ist die Leistung, Gleiches und Ungleiches zu erkennen und auseinanderzuhalten. Optisches Gedächtnis: Ist die Leistung, Gesehenes zu behalten, abzuspeichern und bei Bedarf wiederzugeben. Optische Serialität: Ist die Leistung, optische Eindrücke der Reihe nach ordnen zu können. Akustische Differenzierung: Ist die Leistung, aus dem Gehörten bestimmte Wörter herauszuhören oder ähnlich klingende Wörter zu unterscheiden. Akustisches Gedächtnis: Ist die Leistung, Gehörtes zu behalten, abzuspeichern und bei Bedarf wiederzugeben. Akustische Serialität: Ist die Leistung, in einem Satz zu hören, welches Wort zuerst gesprochen wurde. Raumorientierung: Ist die Leistung, das Raum- und Zeitgefüge sowie Größen und Einheiten einzuschätzen. Körperschema: Ist die Leistung, den eigenen Körper (Rechts-links-Unterscheidung) einzuschätzen. 

Der Funktionstest zeigt in zwei Bereichen „Training erforderlich, in drei Bereichen „Training ratsam, drei Bereiche sind nicht different. 

S: Wie äußert sich die Symptomatik beim Kind? 

Anhand von Schriftproben und Leseübungen, die das Kind über mehrere Monate geleistet hat, wird eine genaue Fehleranalyse durchgeführt. Durch genaue Beobachtung und Dokumentation kann diese Fehleranalyse wertvolle Aufschlüsse über die individuellen Problematiken des legasthenen Kindes geben. Zwischen zwei Fehlerkategorien, den Wahrnehmungs- und den Rechtschreibfehlern, muss unterschieden werden, da das legasthene Kind sonst immer falsch eingeschätzt wird. Legasthene Kinder machen zumeist Wahrnehmungsfehler, deren Regelmäßigkeit und Häufigkeit besondere Merkmale sind. Meist sind sogenannte leichte Wörter betroffen, die auch mit viel Übung nicht in das Langzeitgedächtnis befördert werden können, damit sie beim nächsten Gebrauch automatisch verfügbar sind. Auch unterschiedliche Schreibweisen eines Wortes innerhalb eines Textes (Sommer, sommer, Somer, Sohma etc.) sind häufig anzutreffen. 

Der Symptomtest Lesen / Schreiben und Rechnen weist ein „Training erforderlich“ aus, weil der Testkandidat zahlreiche Fehler beim Lesen, Schreiben und/oder Rechnen macht. 

Da alle drei Bereiche (Aufmerksamkeit, Funktionen, Symptome) betroffen sind, weist der Testkandidat demnach eine Legasthenie bzw. Dyskalkulie auf.

Individueller Trainingsplan

Nur die AFS-Methode berücksichtigt die drei komplementären Ebenen (Aufmerksamkeit, Funktion, und Symptom), die einzeln gewichtet, je nach Problemlage, herangezogen und ausgerichtet werden können. Ist in der Förderung das Zusammenwirken der drei verschiedenen Bereiche gewährleistet, so zeigt es sich in der Praxis (in Langzeitstudien), dass damit Verbesserungen in allen Bereichen und somit auch im Symptombereich erzielt werden können. 

Die Methode ist in ihrer Komplexität und gegenseitigen Durchdringung der einzelnen Teilbereiche sehr umfassend. Das individuelle Training an den Funktionen ist als ein sehr wichtiger Teil der AFS-Methode zu sehen, aber nur in Kombination mit dem Aufmerksamkeits- und Symptomtraining führt es zu einer Verbesserung. Diese Kombination ist entscheidend, in dieser Form gibt es sie nur bei der AFS-Methode, die sich in der Praxis schon sehr gut bewährt hat! Verständnis, Lob und Zusammenarbeit zwischen Pädagogen (Lehrern/Trainern), Eltern und Kindern und das Motivieren der Kinder sind essentiell und werden bei der AFS-Methode mitberücksichtigt. 

Das Kind soll eine postive Grundhaltung haben und muss verstehen, dass eine Kontrolle der Gedanken, ein Training seiner Sinneswahrnehmungen und ein konsequentes Arbeiten an den Fehlern erforderlich sind, um langfristige Lernfortschritte zu erreichen. Es muss auch gleichzeitig stets eine Kontrolle erfolgen, ob man mit den angebotenen Lerninhalten auf dem richtigen Weg ist. Es ist auch wichtig, dass dem Kind genug Zeit gelassen wird, dass kein Druck aufgebaut und viel Lob eingeräumt wird.

Worüber kann der AFS-Test keine Aussagen treffen? 

Der AFS-Test trifft keine Aussagen über 

  • etwaige medizinische oder psychologische Probleme eines Kindes. 
  • die Intelligenz eines Kindes. 
  • Entwicklungsverzögerungen eines Kindes. 
  • psychosomatische oder psychopathologische Probleme eines Kindes. 
  • grob- bzw. feinmotorische Probleme eines Kindes. 
  • Sprech- oder Sprachprobleme eines Kindes. 
  • physische Hör- oder Sehprobleme eines Kindes. 
  • den Lebensbereich, der das Kind umgibt. 

Sollten sich Verdachtsmomente in einem der genannten Bereiche ergeben, so sind vom diplomierten Legasthenietrainer, von Lehrern oder Eltern selbstverständlich weitere Spezialisten zu konsultieren.